|
    
Die Tandem-Investition sorgte in Afghanistan für nachhaltige, gerechte wirtschaftliche Entwicklung: Menschen, deren Arbeitsplätze in diesem kriegsgeschüttelten Land sonst von unregelmäßig fließenden und schließlich versiegenden Spendengeldern abhängig waren, arbeiteten nun in einem wirtschaftlich nachhaltig organisierten Betrieb. Die hergestellten Produkte sorgen in der besonders benachteiligten ländlichen Region Afghanistans für immer neue Entwicklungsmöglichkeiten; viele der produzierten Geräte erleichtern vor allem die Lebensbedingungen von Frauen, die spürbare Entlastung von bislang kräftezehrender Hausarbeit eröffnet ihnen Raum für mehr Teilhabe an Bildungsmaßnahmen und öffentlichem Leben.

Nicht nur spenden, sondern investieren
die fairPla.net-Philosophie
Wohl nicht von ungefähr hieß dieses Projekt
mit vollständigem Namen
„fair-Pla.net - Energy for Peace“:
es enthielt nicht nur den Keim für die Idee des Gemeinsamen Wirtschaftens
für dreifachen Gewinn, der sich die fairPla.net eG verpflichtet fühlt, sondern
auch gleich den treffenden Namen dazu.
Die ersten Betriebsjahre in Kabul verliefen vielversprechend: Produkt-Nachfrage höher als erwartet, mehrere große Aufträge von Krankenhäusern und Schulen und enormer Bedarf an den zusätzlich angebotenen Serviceleistungen (viele, vor allem ausländische Firmen beschränken sich darauf, in Afghanistan importierte Solartechnologie zu verkaufen, ohne sich um Wartung und Reparatur zu kümmern).
  
Vor diesem Hintergrund konnte der Betrieb 18 Personen ausbilden und beschäftigen, so dass für 18 Familien ein Einkommen gesichert war.
Nach dem hervorragenden Start der kleinen Firma konnte das Ziel einer langfristig tragfähigen Struktur jedoch nicht erreicht werden doch nicht etwa aufgrund mangelder Nachfrage, fehlender Liquidität oder neuer Kriegshandlungen: ein erstes Handicap errichtete ausgerechnet das von Weltbank, EU und weiteren westlichen Staaten finanzierte National Solidarity Program (NSP), indem es afghanischen Dorfbewohnern kostenlos Solarleuchten und Module zur Verfügung stellte. Dass solare Technologie sich langfristig rechnet und daher einen geringen Anschaffungspreis wert ist, leuchtete da natürlich nicht mehr ein.
Eine zweite, nicht mehr zu überwindende Hürde stellte die laut Aussage eines Vertreters der deutschen Botschaft in Kabul „epidemische“ - Zunahme von Korruption unter afghanischen Verwaltungsmitarbeitern dar: ohne Zahlung von Bestechungsgeldern wurden importierte Rohmaterialien nicht von der Zollkontrolle freigegeben, und einflussreiche Bedienstete der Regionalverwaltung durchkreuzten den Vertrieb in den Dörfern, wenn sie nicht finanziell „geschmiert“ wurden.
Unzählige Kleinunternehmen mussten unter diesen Bedingungen ihren Betrieb einstellen. Gott sei Dank konnte Geschäftsfüher Achtari alle 18 Mitarbeiter aufgrund ihrer guten Ausbildung in andere Stellen vermitteln, einige sogar als technische Leiter.
Notgedrungen, aber nicht entmutigt setzt Achtari mit dem deutsch-afghanischen Verein „Afghan Bedmoschk Solar Center“ (ABS) e.V. die begonnene Tätigkeit in einer kleinen Dorf-Werkstatt fort aufgrund der mehrheitlich afghanischen Mitglieder ist der Verein in der Provinz Wardak fest verankert und wird nicht so leicht Opfer von Korruption.

Die Investoren aus Deutschland haben daher entschieden, das verbliebene Kapital dem Verein für die Ausbildung von jungen Männern zur Verfügung zu stellen: nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung erhalten sie jeweils ein kleines „Startkapital“ in Form von Material und Werkzeug, damit sie wirtschaftlich selbstständig mit Wartung und Reparatur in den Dörfern tätig werden können. In der ersten Phase werden sie dabei mit fachkundigem Rat unterstützt.

< zurück
|